Newsletter Nr. 3 / Juni-Juli 2013

Liebe Freundinnen und Freunde!

Unser Freundeskreis wächst stetig! Das ist gut zu wissen, wenn wir hier im Haus das Alltagsgeschäft für die Frauen verfolgen. Wirklich ein gutes Gefühl! Die Anfragen von Interessentinnen und Interessenten für die Präsentation unserer Arbeit häufen sich. Dadurch werden wir bekannter und das Bewusstsein für das Thema häusliche Gewalt erhöht sich stetig.

Gezielt schreiben und sprechen wir zur Zeit Firmen, Parteien und Prominente an (Anke Engelke und Cordula Stratmann haben sich leider noch nicht gemeldet?!), uns für die 20 Jahres Feier zu unterstützen. Für Ideen und Weiterempfehlungen sind wir dankbar!

Der ADFC hat uns und weiteren Frauenhäusern in der Region im Mai zwei nagelneue Fahrräder mit Korb und super Schlössern gespendet. Das ist eine so kluge Spende! Die meisten Bewohnerinnen verfügen nur über wenig Geld. Oft müssen Ämtergänge und Einkäufe schnell erledigt werden, während die Kinder betreut sind. Da eignen sich die Fahrräder besonders gut, um ohne Ausgaben schnell zu verschiedenen Orten zu kommen. Darüber hinaus sind die Frauen neu in Troisdorf. Sie kennen sich zunächst nicht aus. Durch die Fahrräder lässt sich eine fremde Stadt auf eine ganz andere Art erkunden. Viele sind zuvor nicht Rad gefahren. Der Radius lässt sich aus „eigener Kraft“ vergrößern. Das ist gerade für Frauen, die nicht selten Isolation und Kontrolle erlebt haben, eine wertvolle Erfahrung!!!

Immer wieder nehmen wir Frauen auf, die über mehrere Jahre keine eigenen Kontakte außerhalb der Familie haben durften. Die Wege, die ihr erlaubt waren, beschränken sich dann auf Kindergarten, Schule und Supermarkt. Alle Ämtergänge werden dann vom Partner gemacht, alle Informationen über das Einkommen obliegen ihm. Die gedankliche und tatsächliche Freiheit, das eigene Leben selbst zu gestalten werden im Keim erstickt. Kommen dann noch körperliche und nicht selten auch sexualisierte Gewalt hinzu wird das Leben im eigenen zu Haus zur Hölle. Das ist häusliche Gewalt! Es betrifft die Frauen und es betrifft die Kinder. Nicht mehr im privaten, eigentlich geschützten Umfeld, sicher zu sein. Von Menschen, die einem nahestehen, bedroht und verletzt zu werden.

Diesen Exkurs in unsere inhaltliche Arbeit müssen wir unseren Freundinnen und Freunden zu muten. Ihr solidarisiert Euch mit Frauen und Kindern, die extrem mutig einen ersten großen Schritt getan haben. Diese Solidarität konnte im Leben davor gar nicht erst entstehen.

Gerade ist Mittwoch 14:00. Das bedeutet gerade findet auf der Terrasse (endlich in der Sonne) das Hausgespräch statt. Alle Bewohnerinnen und zwei Kolleginnen treffen sich und tauschen sich aus. Die Kinder machen mit einer weiteren Kollegin einen Ausflug zum Spielplatz. Es gab viele Neuaufnahmen, alle stellen sich vor. Die Abläufe im Haus werden besprochen, Putz- und Telefondienste verteilt. Es gibt Kaffee, es wird gelacht, manchmal geweint. Streiten kann man hier lernen. Einander zuhören, unterstützen und vertrauen auch. Manchmal braucht es gar nicht viel, nur einen geschützten Raum.

Im letzten Newsletter haben wir über die großzügige Spende von 10 000 € geschrieben. Was machen wir mit soviel Geld?

Dazu müssen wir zunächst etwas über die Finanzierung unserer Stellen sagen. Ca. 72% der vier Stellen werden über das Land NRW getragen. Dabei handelt es sich um einen Fixbetrag, der seit ca. acht Jahren (die vierte Stelle seit 2011) feststeht. Dann gibt es eine ergänzende Finanzierung über den Rhein-Sieg-Kreis. Diese wird über eine Leistungs-vereinbarung alle fünf Jahre mit uns ausgehandelt. Damit werden drei Stellen zusätzlich teilfinanziert. Die vierte Stelle nicht! Mit dem Betrag des Rhein Sieg Kreis werden auch Miete, Strom, Öl, sonstige Sachkosten zum großen Teil mit getragen. Aber eben nicht voll. Gestiegene Energiekosten, Mieter-höhungen, Tariferhöhungen…werden dabei nicht berücksichtigt. Also um es mal etwas konkret zu machen, allein um den Laden hier am Laufen zu halten, muss der Verein jährlich ca. 20 000€ über Spenden zuschießen. Und dann haben wir noch keinen Ausflug mit allen Frauen und Kindern ins Schwimmbad gemacht, keine Küche renoviert, keinen eigenen Bus vor der Tür, keine Kollegin zur Unterstützung im Kinderbereich mehr. Das kommt dann extra.

Wir hoffen, es ist nun deutlich geworden, wofür wir die Spenden benötigen. Es ist möglich zweckgebunden zu spenden z.B. Frauen, Kinder, Ferien, Bus,… oder den Verwen-dungszweck offen zu lassen. Dann können wir das bezuschussen, was gerade dran ist. Selbstverständlich stellen wir Spendenquittungen aus. Für alles und jeden Betrag sind wir dankbar. Genauso wie für Eure Aufmerksamkeit, Weiterempfehlungen, Offenheit, Ideen und diverse Sachspenden.

 

Wir wünschen Euch einen schönen und langverdienten Sommeranfang!

und grüßen herzlichst

 

Das Frauenhaus Team

Träger:
Frauen helfen Frauen Troisdorf e.V.
Postfach 1221
53822 Troisdorf
Telefon: 02241/148 4934
Telefax: 02241/932 108
freundeskreis@frauenhaus-troisdorf.de
www.frauenhelfenfrauenev.de

Förderung

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Kreissparkasse Köln
Konto-Nr.: 0027 003 607
BLZ: 37 050 299

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