Newsletter August/September

Liebe Freundinnen und Freunde!

 

Jetzt sind die Ferien schon länger um.

Wir haben, Dank einer Spende einen wirklich schönen Ausflug auf den Drachenfels gemacht. Rheinromantik pur. Erst mit dem Schiff von Bonn nach Königswinter und dann mit der Zahnradbahn hoch. Alle Frauen und Kinder ließen sich von dem wunderbaren Blick auf den Rhein begeistern. Es ist eine Gradwanderung solche Momente. Zwischen harter Realität und einem unwirklich schönen Moment. Den Berg runter sind wir gewandert. Das heißt, die Frauen im Ramadan konnten mit der Bahn zurück. Ihnen stand die Anstrengung allein durch die Sonne ins Gesicht geschrieben. Am Ende des Ramadan wurde hier eifrig gekocht. Kurdisch, marokkanisch und auch tamilisch. Ein Fest! Und es gab noch einen Besuch im Zoo. Gestärkt

Zur Zeit haben wir ein volles Haus. 7 Frauen und 13 Kinder. Eine Familie mit allein sechs Kindern. Die beiden jüngsten gerade ein Jahr und ein Sohn erst vier Wochen alt. Sie sind über Landesgrenzen zu uns geflohen. Da wir gerade zwei Zimmer frei hatten, konnten wir die Familie aufnehmen. Es ist schwer für große Familien einen Frauenhausplatz zu finden.  Nun sind sie seit zwei Wochen da. Die Schulkinder besuchen schon die Grundschule hier vor Ort. Für die beiden ältesten mussten erst rechtliche Dinge geklärt werden, nun sollen auch sie bald einen Schulplatz bekommen. Die Flucht wurde zwei Wochen nach der Geburt mit Hilfe einer Frauenberatungsstelle ermöglicht. Wir sind immer noch beeindruckt, welche Kräfte die Familie aufgebracht hat, um hier neu zu beginnen. Sie werden lange bleiben und noch viel Unterstützung brauchen. Und natürlich hat das Erlebte Spuren hinterlassen. Das Neugeborene war zunächst Quittegelb, wie die Hebamme sagte. Doch die Entlastung hier im Haus, hat die Situation schnell entschärft. Die Blutuntersuchungen in der Kinderklinik wurden immer besser. Leider hat der Stress bei der Mutter auch Spuren hinterlassen. Sie kann nicht mehr stillen. Die Hebamme hat nun zu Milchpulver geraten. Das ist teuer! Weder die Krankenkasse noch das Jobcenter übernehmen die Kosten. Wir bitten auf diesem Weg um Spenden für die Kosten des Milchpulvers. Das können auch Drogeriegutscheine sein. Die Hebamme hat auch angeboten über sie die Milch zu bestellen. Das wäre auch günstiger als im Laden. Geldspenden bitte mit dem Verwendungszweck: Milch versehen. DANKE!

Am 11.September haben wir vor dem Landtag in Düsseldorf für ein Landesfinanzierungsgesetz demonstriert. Dieses soll eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung der Frauenhäuser ermöglichen und eine Förderung aus einer Hand ermöglichen. Das steht so im Koalitionsvertrag. Bisher wurde lediglich die vierte Stelle wieder eingeführt, aber nicht voll finanziert. Mittlerweile beläuft sich die Förderung durch das Land auf unter 70% der Personalkosten (es waren einmal 83%). Den Rest und die Sach- und Betriebskoste verhandeln wir mit dem Rhein-Sieg-Kreis. Der fördert uns aber auch nur zu einem Teil. Die Folge für die Frauen sind steigende Tagessätze. Das bedeutet bei uns zahlt eine Frau mit Einkommen (das kann auch nur Unterhaltsvorschuss, Rente oder Unterhaltszahlung sein), eine Schülerin/Studentin (sie steht dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung und kann kein ALG II beziehen) oder eine Frau mit Duldung 6,03 € pro Person und Tag(für einen Monat sind das für eine Frau mit zwei Kindern 542,70€ und das bei laufenden Mietzahlungen). In anderen Frauenhäusern geht der Tagessatz bis 68,- hoch, weil die Kommune nicht mitfinanziert. Wir fordern eine einheitliche gesicherte Finanzierung für ganz NRW. Es darf keine Rolle spielen, in welcher Region die Frau Schutz sucht.

Um es kurz zu machen: Es war eine traurige Veranstaltung. Sämtliche Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen und Notrufe waren da. Alle laut und deutlich. Dieselben begründeten Forderungen wie eh und je. Und dieselben Antworten und Vertröstungen. Unsere Landtagsabgeordneten aus dem Kreis haben trotz Einlaung nicht die Zeit gefunden. Nur mal raus kommen, ein Gespräch mit uns wäre schon gut gewesen.

Dabei wäre es ganz einfach! Es geht natürlich um Geld. Wenn der Etat immer nur im Bereich Frauen angesetzt wird, bleibt er klein. Würde man diesen Etat erhöhen wollen, müssten alle beteiligten Ministerien mit einbezogen werden. Das Innenministerium, weil es um Sicherheit und Schutz geht. Das Justizministerium, weil es um Straftaten geht. Das Gesundheitsministerium, weil es nachweislich krank macht, in einer gewaltgeprägten Umgebung zu leben. Das Familienministerium, weil im Frauenhaus Jugendhilfe geleistet wird. Von uns wird Vernetzungsarbeit gefordert. Und das können wir schon lange. Im Landtag scheint es ein Fremdwort zu sein.

 

Wir machen weiter! Auf allen Ebenen!

 

Euer Frauenhaus Team

Träger:
Frauen helfen Frauen Troisdorf e.V.
Postfach 1221
53822 Troisdorf
Telefon: 02241/148 4934
Telefax: 02241/932 108
freundeskreis@frauenhaus-troisdorf.de
www.frauenhelfenfrauenev.de

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